Aleviten in Deutschland

In Deutschland wird die Zahl der türkeistämmigen Mitbürger auf ca. 2,4 Millionen geschätzt, darunter sind ca. 400–600.000 Aleviten, die im Allgemeinen ebenfalls unter dem Begriff „Muslim“ subsumiert werden. Durch die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde in Deutschland hat die Eigenbezeichnung „Alevi“ immer mehr Einzug in die deutsche Öffentlichkeit gefunden. Von den ca. 68 Millionen Einwohnern der Türkei gehört die Mehrheit dem sunnitischen Islam an, während sich rund 20 Millionen Bürger türkischer, turkmenischer, kurdischer und arabischer Herkunft als Aleviten bezeichnen.

In den letzten Jahren richtet sich in der westlichen Gesellschaft verstärkt die Aufmerksamkeit auf das Thema Islam, insbesondere seit dem 11. September 2001 und weiteren, darauf folgenden Terroranschlägen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema, die häufig in öffentlichen Polit-Talkshows oder anderen Sendungen geführt wird, zeichnet sich allerdings durch weitgehend undifferenzierte Betrachtungen aus. Oft wird vor allem übersehen, dass es sich bei der sogenannten „islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ nicht um eine homogene Gruppe handelt, sondern dass innerhalb dieser sehr unterschiedliche Richtungen und Kulturen vertreten sind. Ein genauer Blick auf die bestehenden Religionsgemeinschaften in Deutschland zeigt, dass z.B. allein schon innerhalb der türkeistämmigen Muslimen verschiedene Gruppen vertreten sind.

Heute leben und arbeiten überall in Deutschland Aleviten, die sich in Vereinen und Verbänden zusammengeschlossen und organisiert haben. Der Dachverband der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. befindet sich in Köln und vertritt die Interessen von 102 Vereinen Bundesweit. Viele dieser Vereine sind zusätzlich durch Landesverbände und Kreisverbände organisiert und strukturiert. Sie vertreten die Interessen der alevitischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Senioren, Jugendlichen und Frauen in Deutschland. Der Erhalt und die Pflege der alevitischen Lehre und Kultur in Deutschland gehört zu ihren Hauptzielen. Auch leisten sie wesentliche Arbeit zur Integration der Aleviten in Deutschland. Mit ihrer Sozialarbeit kompensieren viele Verbände soziale und wirtschaftliche Probleme vieler Migranten aus erser Generation. Vieles dieser Arbeiten haben sie aus Eigenmitteln ermöglicht, manches durch Kooperationen mit lokalen Kommunen, Einrichtungen und Vereinen durchgeführt.

Mürvet Öztürk, Vorsitzende Bund der Alevitischen Frauen Deutschland e.V.

 

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